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Lohner zwischen Wehmut und guter Laune

Behindertensportverein kämpft nach der 46. Auflage um Fortbestand des Nikolausturniers

Lohne. Das Teilnehmerfeld war prall gefüllt wie immer, doch der Weg dorthin war lang und beschwerlich. Die Akteure beim 46. Nikolausturnier des Behindertensportvereins Lohne hatten durchaus mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen. „Wir haben gekämpft, um Mannschaften und Spieler zu bekommen“, berichtete Kassenwart und Organisator Josef Bokern: „Zwei Stunden vor Spielbeginn weiß man dann oft erst endgültig Bescheid.“

Dieser Umstand raubte dem BSV Lohne ein wenig die Hoffnung auf einen Fortbestand des Dauerbrenners für die OV/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger“. Der Laune unter den Sportlern tat dies aber keinen Abbruch. „Die Fröhlichkeit und Gemeinschaftlichkeit bleibt, das ist nicht mehr wegzukriegen“, sagte Bokern. Bei einem von zwei Turnierteilen, dem Volleyball-Turnier in der Lohner Gymnasiumhalle, sei die Lage nicht ganz so ernst, erklärte Josef Bokern. „Wir kriegen aber keine Sitzballspieler mehr“, sagte er. Für diese Ausgabe hatte sich der Kampf um Mannschaften und Spieler aber erneut gelohnt: Jeweils sechs Teams duellierten sich in zwei Hallen – Sitzball fand am Lohner Adenauerring statt.

Zur Turniereröffnung kam ob der schwierigen Lage dann zunächst etwas Wehmut unter den Teilnehmern auf, wie Josef Bokern beschrieb: „Alle bedauern diese Entwicklung sehr.“ Alle betonten aber auch, dass das Turnier immer ein schönes Jahresabschluss-Event gewesen sei. Beim Blick auf den Spielberichtsbogen von Josef Bokern klingt es aber noch nicht so ganz nach einem finalen Abschied: „Ein kleines Türchen für das nächste Turnier ist noch geöffnet.“ Und: „Hoffentlich können die BSV-Volleyballer im nächsten Jahr auch wieder zum Turnier einladen“, heißt es dort.

Unter den Volleyballern war das „Ostblock-Team“ siegreich, eine gemischte Mannschaft mit Akteuren aus Osteuropa. Die Nikolaus-Trophäe blieb in heimischen Gefilden: Der BSV Lohne erspielte sich Platz zwei und erhielt als bestes behindertengerecht spielendes Team den Pokal. Beim Sitzball am Adenauerring sicherte sich Handykapsport Hannover 96 den Sieg, gefolgt vom TSV Stotel. Und für die Gaumenfreude sorgten die Spielerfrauen mit reichlich Kaffee und Kuchen. Der Kassensturz erfolgte direkt nach Turnierende: Sitzball-Spielleiter Josef Bokern vermeldete 600 Euro für den guten Zweck. Der Event-Abschluss erfolgte wie jedes Jahr bei einem gemeinsamen Essen mit Siegerehrung in der Gaststätte „Rechts Ran“. Bleibt im Sinne der guten Sache zu hoffen, dass es nicht der endgültige Abschluss gewesen ist.

Bild: Auch im Sitzball ist gute Blockarbeit gefragt: Eine Szene aus dem Spiel DJK Ibbenbüren gegen BSV Lohne. Foto: Schikora