Schulbau

„Sportler gegen Hunger“: Eine neue Schule für 1000 Schüler

Im Projektgebiet Boreda entsteht die „Zefano Higher Secondary School“. Es wird die 5. SgH-Schule sein. Bisher werden die Jungen und Mädchen in maroden Gebäuden unterrichtet.

Die Zahl ist erschreckend hoch. In Äthiopien besuchen noch immer 3,6 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule, das geht aus dem „Weltbildungsbericht 2021/22“ hervor. Die Stiftung „Menschen für Menschen“ (MfM), die seit 1981 in Äthiopien tätig ist und seit 1984 von der OM-Medien/ KSB-Initiative „Sportler gegen Hunger“ unterstützt wird, möchte den Schülern und Schülerinnen eine Perspektive bieten.

MfM hat mittlerweile knapp 470 Grundschulen und weiterführende Schulen sowie sieben Berufsschulen errichtet. Die Stiftung betreibt außerdem ein agrotechnisches und technologisches College. Aktuell ist der Bau von 19 weiterführenden Schulen in Planung. Und SgH ist mittendrin – weil bereits vier neue Schulen in Kelecha Jibat, Dobi, Wore Illu und Ijaji mit zweckgebundenen Spenden aus dem Kreis Vechta gebaut wurden und weil mit den Erlösen aus den nächsten SgH-Wintern eine fünfte Schule errichtet wird. Im MfM-Projektgebiet Boreda, das 400 Kilometer südlich von Addis Abeba auf ca. 2250 m Höhe auf einem Hochplateau mit einigen Hügeln liegt, entsteht eine neue „Zefano Higher Secondary School“. 

Englisch-Unterricht in Zefano… und das in kleinen Klassenräumen ohne viel Tageslicht. Foto: MfM/Kwiotek

Das aktuelle Schulgebäude, gebaut aus Holz und verputzt mit Lehm, ist in einem schlechten Zustand. Zudem fehlt es an Klassenräumen. Derzeit kommen 90 Kinder auf ein Klassenzimmer. Es fehlt an ausreichenden, stabilen Schulbänken und Büromöbeln, außerdem an Ergänzungsbüchern zu den Lehrinhalten. Und: Die sanitären Einrichtungen sind schlecht, es gibt kein Wasser zum Händewaschen.

Die Schüler der Zefano Higher Secondary School kommen aus fünf Gemeinden (Kebeles). Bislang wurden die 350 Mädchen und 450 Jungen von 30 Lehrkräften (sechs Frauen, 24 Männer) unterrichtet. Der von den Behörden errechnete Bedarf für das Jahr 2024 sind 1028 Schulplätze, da durch eine Veränderung im äthiopischen Schulsystem seit 2023 auch die Klassen 11 und 12 unter dem Dach der Higher Secondary School (bislang 9. und 10. Klasse) unterrichtet werden.

Hausaufgaben als Familiensache: Mune Adal (42) besuch in Zefano die 12. Klasse, seine Tochter Kidist (16) geht in die 11. Klasse. Foto: MfM/Kwiotek

Die fünfte SgH-Schule in Zefano, für die je nach Wetterlage in der Hochplateau-Region eine Bauzeit von 18 bis 24 Monaten veranschlagt ist, besteht aus drei Gebäuden mit jeweils vier Klassenräumen, einem Verwaltungsgebäude, einer Bibliothek mit einem IT-Raum und zwei Latrinen-Einheiten. Zum neuen SgH-Großprojekt, das einen Kostenrahmen von rund 600.000 Euro hat, gehört auch die Bereitstellung alle Schulmöbel und Lehrbücher für die über 1000 Schüler.

Schuldirektor in Zefano: Bergene Uliso. Foto: MfM/Kwiotek

Der Neubau der Zefano Higher Secondary School wurde von MfM mit den örtlichen Behörden abgestimmt. Während der großen Regenzeit (Ende Juni/ Anfang Juli bis Ende August/Anfang September) werden die Arbeiten unterbrochen. Nach Fertigstellung der Gebäude und der Einrichtung mit neuen Möbeln wird die neue Schule in die Verantwortung der regionalen Bildungsbehörde übergeben, die für das Lehrpersonal und den Unterhalt zuständig ist.

Mit der Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten will MfM in Boreda auch die Quote der Schulabbrüche senken. 2023 lag sie bei 8,1 Prozent, bis 2025 soll sie auf 5,0 Prozent gedrückt werden. Und dabei will SgH helfen.