Schulbau

„Sportler gegen Hunger“: Frohe Kunde – und eine traurige Nachricht

Die fünfte SgH-Schule im äthiopischen Zefano nimmt langsam Formen an. Verheerende Erdrutsche in der Nachbarregion überschatten das Hilfsprojekt.

Die Freude über die frohe Kunde aus Zefano hielt nicht lange an, die schlimmen Nachrichten folgten nur ein paar Tage später: Der erfreuliche Baufortschritt für die „Zefano Higher Secondary School“ im Bezirk Boreda, für die mittlerweile fünfte Schule von „Sportler gegen Hunger“ in Äthiopien, ist von Meldungen über zwei verheerende Erdrutsche in der Nachbarregion Woreda überschattet worden. Mehr als 200 Tote sind zu beklagen, tausende Menschen wurden heimatlos. „Wir sind tief erschüttert“, teilte die Karlheinz-Böhm-Stiftung „Menschen für Menschen“, die seit 1981 in Äthiopien tätig ist und dabei seit 1984 von der OM-Medien/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger“ unterstützt wird, per Mail an die SgH-Vertreter mit. Und weiter: „Viele Familien haben alles verloren, was sie besitzen.“

Die Erdrutsche passierten im bergigen Gebiet von Geze Gofa im Bezirk Woreda im Südwesten Äthiopiens. Der erste Erdrutsch begrub drei Familien in ihren Häusern unter den Erdmassen, teilte „Menschen für Menschen“ mit. Und weiter: „Als Menschen aus der Dorfgemeinschaft den Betroffenen zu Hilfe eilten, wurden die Retter tragischerweise bei einem zweiten Erdrutsch selbst zu Opfern und mit den Familien sowie hunderten weiteren Menschen verschüttet.“ Der Regen der vergangenen Wochen habe den gesättigten Boden ins Rutschen gebracht und Tod und Verwüstung nach sich gezogen. Das bergige Gelände des Distrikts Geze Gofa in Kombination mit den intensiven Regenfällen mache das Gebiet besonders anfällig für solche Katastrophen.

Im Einsatz für die neue Schule: Amanuel Tito Ayele (24) ist der Vorarbeiter auf der Baustelle der Zefano Higher Secondary School. Foto: MfM/Kwiotek

Über 230 Tote seien zu beklagen, teilte MfM mit: „Und es muss befürchtet werden, dass die Zahl weiter steigen wird, denn die Suche ist noch nicht abgeschlossen.“ Rund 5000 Menschen sind obdachlos geworden, davon fast ein Drittel Kinder.

Das Fehlen lokaler Infrastruktur, einschließlich Straßen und Kommunikationskanäle, erschwert vor Ort die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen. „Menschen für Menschen“ hat sofort Maßnahmen ergriffen, um die Betroffenen in der Region schnellstmöglich zu unterstützen. Als Soforthilfe würden die rund 5.000 vertriebenen Menschen einen Monat lang mit Grundnahrungsmitteln versorgt. Die geschätzten Kosten für das Lebensmittelpaket und die damit verbundene Logistik belaufen sich auf 135.000 Euro.

Koordiniert wird die Hilfe aus dem MfM-Projektgebiet Boreda, es liegt in der Nähe des Unglücksortes. „Wir haben bereits geplant, unsere Projektaktivitäten in Boreda in den nächsten Monaten auf die Gofa-Zone auszudehnen“, teilte MfM mit: „Das Unglück beschleunigt unser Engagement und macht – leider auf tragischste Art und Weise – deutlich, wie notwendig die langfristige Unterstützung in dieser Region, über die Soforthilfe hinaus ist.“ Ein Ziel sei es, die landwirtschaftlich genutzten Hänge zu stabilisieren und vor Erosion zu schützen.

Nachschub für die Wassertonne: Drei Bewohnerinnen von Zefano helfen bei der Wasserversorgung für die Baustelle. Foto: MfM/Kwiotek

Die OM-Medien/KSB-Aktion „SgH“ setzt in den kommenden Jahren in Boreda erstmals in einem MfM-Projektgebiet auf die Ganzheitlichkeit, also auf alle fünf Säulen des MfM-Konzepts (Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen). Der erste Schwerpunkt ist der Bau der „Zefano Higher Secondary School“, die nach der Fertigstellung Mitte 2025 die neue Heimat für über 1000 Schüler der Klassen 9 bis 12 sein soll. In ihrem aktuellen Zwischenbericht teilt die Stiftung mit: „Der Neubau kommt gut voran. Die Gründungsarbeiten sind abgeschlossen, mit dem Gießen der Betonstützen haben die Arbeiten an den Gebäuden begonnen.“ Der Baufortschritt liegt bei 25 Prozent. Gebaut werden drei Klassenraumblöcke, ein Verwaltungsgebäude inklusive Bibliothek und zwei Trockentoiletten.

Beitragsbild: Dunkle Regenwolken über der Baustelle: Eine Momentaufnahme von der „Zefano Higher Secondary School“. Foto: MfM/Kwiotek