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Von der kleinen Zigarrenkiste zum Silber-Jubiläum

Stolze 1816 Euro aus Neuenwalde-Ossenbeck

Von Franz-Josef Schlömer

Neuenwalde-Ossenbeck. Ohne Umschweife kommt Helmut Kampers sofort auf die Anfänge zu sprechen. „Daran kann ich mich noch gut erinnern. Wir sind damals mit einer Zigarrenkiste zu euch nach Vechta gefahren, so um die 700 Mark waren drin“, erzählt der Brudermeister der Schützen von St. Viktor Rottinghausen. Damals war er stellvertretender Kompanieführer in Neuenwalde-Ossenbeck, an seiner Seite reisten Schriftführer Bernard Böckermann, Spieß Albert Möllmann und Vereinswirt Bernhard Pellenwessel mit in die Kreisstadt. „Wir wollten auch was für Sportler gegen Hunger machen“, sagt Helmut Kampers.

Damals, das war exakt am 19. Januar 1993. Nach diesem Zigarrenkisten-Start ging’s pausenlos weiter: Am Samstag feierte die Kompanie Neuenwalde-Ossenbeck ihr Silberjubiläum, zum 25. Mal führte sie ihr erstes Monatsschießen des Jahres für „Sportler gegen Hunger“ durch. Und wieder war’s ein Highlight im Kompanieleben, erst um eine Stunde nach Mitternacht waren die Schützen mit ihrem Programm durch. „Bei dem Wetter mit den glatten Straßen hatten wir im Vorfeld gar nicht mal mit so vielen Leuten gerechnet, aber dafür kamen wirklich sehr viele. Und alle sind zufrieden nach Hause gegangen“, berichtet Schriftführer Thomas Kramer genauso zufrieden.

„Besonders die reichhaltige Tombola hatte sich als Hit erwiesen“, stand vor 24 Jahren in der OV. Auch daran hat sich nichts geändert. 444 Preise hatten die Schützen vor zwei Jahren mal gezählt. „Jetzt sind’s eher 555 Preise“, schätzt Thomas Kramer. Gezählt wird nicht mehr. Und viele kleinere Sachen werden in Überraschungstüten zusammengefasst, sodass auch sie zu großen Gewinnen werden.

Aber die gesponserten Preise werden nicht alle in die Verlosung gesteckt, sondern auch als Gewinne für die unterschiedlichsten Aktivitäten ausgesetzt. Die Vorstands-Crew um Kompanie-Chef Frank Duisen und Edgar Erfmann bitten zum Knobeln, Darten oder Glücksschießen. Hier wird auf einen alten Automaten geschossen, wobei die Zielscheibe verdeckt ist und bis zu vier Zahlenschilder gleichzeitig nach allen Seiten herausfallen können. Das meiste Glück hatte dabei Franz-Josef Globisch (57 Ringe).

Beim Knobeln fielen die meisten Augen beim alten Vechta-Fahrer Bernard Böckermann (48); dem späteren Kompanieführer kamen Mechthild Westerhoff und Franz Busse am nächsten. Beim Darten übertraf Kerstien Duisen sogar die von der Darts-WM spektakulären „One hundred and eigthy“ – auf ihre 188 kam sie aber mit mehr als drei Würfen. Auf den Plätzen landeten Christoph Quebbemann und Andreas Kramer. Beim Darten der Kinder gewann Leo Kramer. Das Monatsschießen war als Familienfest angelegt, die Kinder hatten vor allem beim Darten, Knobeln und Verlosen ihren Spaß.

Ganz klassisch ging’s derweil beim Übungsschießen zu. Keine Preise, dafür Pokale. Die Top 3 bei den Herren waren Christof Quebbemann (50 Ringe/im Teiler 52,7), Stefan Strategier (49/ 50,6) und Thomas Kramer (49/ 50,5). Bei den Damen belegten Ida Deters (49/51,9), Tanja Menke (49/50,6) und Mechthild Westerhoff (48/50,4) die drei Spitzenplätze.

Der größte Gewinn des Abends ging aber natürlich an „Sportler gegen Hunger“. Der Erlös betrug 1816,56 Euro – die zweithöchste Betrag in nunmehr 25 Auflagen. Insgesamt summieren sich die Erlöse auf 31.849,24 Euro. Und alles fing an mit einer Zigarrenkiste, in der sich exakt 751 Deutsche Mark befanden.

Bild: Die 180 im Visier: Schütze Heinrich Niebuhr-Ossenbeck versucht es auch mit Pfeilen. Foto: Wenzel